Cranioform - Die sanfte Kopfmodellation.

Diagnose kindlicher Schädeldeformitäten

Am Anfang einer Behandlung ist es wichtig, den Grund für eine Schädeldeformität herauszufinden. Prinzipiell kann die Ursache durch sogenannte synostotische oder nichtsynostotische Veränderungen bedingt sein. Erstere kommen ziemlich selten vor und sind manchmal Bestandteil von Syndromen. Hier verknöchern Schädelnähte frühzeitig und ein weiteres Wachstum des Schädels im betroffenen Bereich ist somit unmöglich. Dieses kann zu recht unterschiedlichen, teils bizarren Kopfformen führen.

Im Gegensatz dazu liegt bei den wesentlich häufiger auftretenden, sogenannten nichtsynostotischen Deformitäten kein frühzeitiger Verschluß der Schädelnähte vor. Bei offenen Schädelnähten handelt es sich um eine Verschiebung der einzelnen Schädelknochen. Diese Deformitäten entstehen meist durch äußere Einflüsse. Zum Beispiel können geburtlich bedingte Deformationen oder lagerungsbedingte Veränderungen zu recht unterschiedlichen Deformitäten führen. Auch Enge im Mutterleib z.B. bei Zwillingsschwangerschaften ist als Grund beschrieben worden.

Seit 1994 wird weltweit von vielen kinderärztlichen Vereinigungen die Rückenlagerung der Kinder zur Vermeidung des plötzlichen Kindstodes propagiert. Seitdem sind vermehrt diese sogenannten Lagedeformitäten beschrieben worden. Sie machen den Hauptanteil der Schädeldeformitäten aus. Wahrscheinlich durch einseitige Lagerung verstärkt, kommt es in den meisten Fällen auch zu muskulären Inbalancen insbesondere im Halsbereich, welche Umlagerungsversuche und damit die einfache Therapie bei gering ausgeprägten Deformitäten unmöglich machen. Auch durch Muskelverkürzungen im Bereich des Halses (Torticollis) kann es durchaus zu Zwangshaltungen kommen, die sich ungünstig auf ein symmetrisches Schädelwachstum auswirken können. Eine Verschiebung der Schädelbasis, welche an einer unterschiedlichen Position der Ohren und Gesichtsasymmetrien erkennbar wird, kann durch diese Fehlhaltung und Lagerung bedingt sein. Asymmetrisches Wachstum des Gesichtsschädels kann auch negative Auswirkungen auf das Kieferwachstum haben. Diese sichtbaren Deformierungen sind in den meisten Fällen dazu geeignet die Diagnose zu finden, ohne eingreifende Untersuchungen oder Röntgenbilder anfertigen zu müssen. Je nach Ausprägung der Deformität ist ein frühzeitiger Behandlunsbeginn notwendig.

So erscheinen die lagebedingten, nichtsynostotische Deformitäten aus der "Vogelperspektive" betrachtet parallelogrammförmig verschoben. (Abb.1) Im Gegensatz dazu erscheint die Deformation bei einigen zu frühzeitig verschlossenen Schädelnähten trapezförmig

Abb.1:
Lagebedingte Deformität, die keine frühzeitige Verknöcherung der Schädelnähte als Ursache hat (parallelogrammartige Kopfverschiebung, Schädelnähte offen).

Abb.2:
Synostose der linken Koronarnaht, die durch die trapezförmige Deformität gekennzeichnet ist; wobei auch einseitige occipitale Abflachungen vorliegen können (bei Synostose der Lamdanaht).

 

 

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