Craniosynostosen.
Erkennen und behandeln.

Was ist eine Craniosynostose (auch: Kraniosynostose)?

Nicht nur die einseitige Lagerung von Babys (Rückenlage zur Verhinderung des plötzlichen Kindstods), auch frühzeitige Verknöcherungen von Schädelnähten, so genannte Craniosynostosen können bei Säuglingen zu ungewöhnlichen Schädelformen führen (1:2.000). Es gibt unterschiedliche Typen von Craniosynostosen, die auch in Kombination auftreten können. Je nach Schwere der Verformung müssen Babys mit verknöcherten Schädelnähten operiert werden. Für die natürliche, sanfte Wachstumslenkung des Schädels nach einer minimalinvasiven/enoskopischen Operation werden wachstumslenkende Helmtherapien verordnet. Aber auch nach Operationen mit anderen Methoden kann die anschließende CRANIOfORM®-Helmtherapie mit einem postoperativen Spezialhelm den Operationserfolg unterstützen und stabilisieren.

Wie erkennt man Craniosynostosen?

Mit rund 50 Prozent am häufigsten diagnostiziert wird die Sagittalnahtsynostose, auf die ein langgezogener, sehr schmaler Kopf hinweist. Diese Form wird als Kahnschädel bezeichnet, medizinisch:  Scaphocephalus. Sie entsteht durch frühzeitige Verknöcherung der Pfeilnaht (Sagittalnaht).

Sagittalnahtsynostose

Ist die Kranznaht (Coronarnaht) von einer Synostose betroffen (Coronarnahtsynostose), macht sich das durch eine Schädelasymmetrie mit fehlender Orbitaabdeckung bemerkbar. Diese Art der Craniosynostose tritt in etwa 15 bis 20 Prozent aller Fälle auf. Es gibt sie sowohl ein- als auch beidseitig.

Coronarnahtsynostose
Coronarnahtsynostose rechts

Die Frontalnahtsynostose (Synostose der Metopika-Naht) tritt in ca. 10 bis 15 Prozent der Fälle auf. Sie zeigt sich mit einem dreieck-förmigen Spitzschädel, auch Bugschädel genannt, medizinisch: Trigonocephalus.

Frontalnahtsynostose

Ist der Hinterkopf von einer Asymmetrie betroffen, die keine lagerungsbedingten Ursachen hat, könnte es sich um eine Lambdanahtsynostose handeln, die jedoch eher selten (2 bis 4 Prozent) vorkommt.

Lambdanahtsynostose
Lambdanahtsynostose

In der Praxis kommt es aber auch zu Kombinationen mehrerer Typen von Schädelnahtverknöcherungen. Sie sind oft Teil syndromaler Erkrankungen. Beispiele für syndromale Craniosynostosen sind Morbus Crouzon, Morbus Apert, Morbus Pfeiffer und das Muenke Syndrom. Beim Morbus Crouzon (1:60.000) etwa sind alle Schädelnähte verknöchert. Er zeigt sich durch einen kleinen Oberkiefer und hervorstehende Augen aufgrund zu kleiner Augenhöhlen. Beim Morbus Apert (1:60.000-80.000) handelt es sich um eine beidseitige Synostose der Coronornaht, die sich mit zusammengewachsenen Fingern oder Zehen sowie einem auffälligen Kleebattschädel bemerkbar macht. Diese frühkindlichen Fehlbildungen sind sehr selten.

Wie behandelt man Craniosynostosen?

Durch echte, prämature Schädelnahtsynostosen (prämatur = vorzeitig auftretend) hervorgerufene auffällige Kopfformen lassen sich nicht durch Maßnahmen wie Physiotherapie, manuelle Therapie, Veränderung der Kindslagerung, Osteopathie oder eine Helmtherapie allein beeinflussen. Droht die Gefahr, dass der Druck auf das kindliche Gehirn geistige Entwicklungsstörungen verursacht, ist eine Operation nötig.

Um die Schädelauffälligkeit operativ zu korrigieren, kommen prinzipiell zwei Wege in Betracht: Im Rahmen einer frühen endoskopisch assistierten Operation wird eine begrenzte Entnahme des Knochens im Verlauf der verknöcherten Schädelnaht durchgeführt. Dieses Verfahren kann bis zum vollendeten 3. Lebensmonat durchgeführt werden. Im Anschluss an diese Operation wird die Kopfform im Zuge des noch stattfindenden Kopfwachstums durch eine CRANIOfORM®-Helmtherapie in natürliche Bahnen gelenkt.
Zu einem späteren Zeitpunkt, etwa vom 5. bis zum 12. Lebensmonat, kann mit einem einmaligen operativen Eingriff eine dauerhafte harmonische Kopfform hergestellt werden. Auch in diesem Fall unterstützt und stabilisiert eine anschließende CRANIOfORM®-Helmtherapie mit einem postoperativen Spezialhelm den Operationserfolg.

TIPP: Tauschen Sie sich mit anderen Medizinern und Craniofazial-Spezialisten über bewährte Methoden, persönliche Erfahrungen und neueste Erkenntnisse in der Diagnose und Therapie von Craniosynostosen aus. Unser Cranio-Center "An der Charité" in Berlin veranstaltet regelmäßig Vortragsreihen, Seminare und Workshops von Experten für Experten: in Berlin, in unseren Cranio-Centren in der Schweiz und an renommierten Kliniken in ganz Europa. Sprechen oder schreiben Sie uns gern an!